Selbsterfahrung

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Am Anfang steht die eigene Erfahrung ein gutes Erlebnis mit der Kunst gehabt zu haben, vielleicht die Erinnerung an eine eindrucksvolle Ausstellung oder gar die Erfahrung eines Erfolgserlebnisses mit eigenem, bildnerischen Tun. Neben diesem grundsätzliche Interesse an der Kunst tritt das starke Gefühl, anderen helfen zu wollen und die Vorstellung, dies in beruflicher Form verwirklichen zu können. Der Wunsch und die reale Fähigkeit decken sich erfahrungsgemäß nur selten. Der Ursprung der Motivation für einen Helferberuf liegt meist in der eigenen Familiengeschichte. Und es ist die Aufgabe der Lehrselbsterfahrung im Medium der psychoanalytisch orientierten Kunsttherapie, die unbewußte Bedürftigkeit des Lernenden verstehbar zu machen, so daß er lernen kann, sie befriedigen, sie annehmen und sie in sein Selbstverständnis einbeziehen zu können. Die Bearbeitung der individuellen Biografie ist deshalb Bestandteil der Weiterbildung zum Kunsttherapeuten. Einfühlsam kann er mit dem Medium erst dann umgehen, wenn er sich eigenen Themen durch die Lehrselbsterfahrung in der Gruppe und in der Einzelarbeit nähern konnte. In dieser Selbsterfahrung lernt er die Wirkungsweisen des Materials und der Themen kennen. Er bekommt eine realistische Einschätzung dessen, was dieses Medium, diese Kommunikationsstruktur vermag. Nach dreijähriger Ausbildung, die das Minimum für diesen Wachstumsprozeß darstellt, beginnt er unter Supervision zu arbeiten. Er macht eine weitere Selbsterfahrung, diesmal in der Rolle des Therapeuten. Die umfangreiche Super- und Intervision in Gruppen und auch in den begleitenden lehrtherapeutischen Einzelstunden führt zur professionellen kunsttherapeutischen Kompetenz. Die Bereitschaft, sich in den Prozeß einzulassen, ihn kritisch und unter Einbeziehung der relevanten Theorien und Methodendiskussion zu reflektieren, ist dafür Voraussetzung.


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