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Phase III: Abschied/Abnabelung

Konzept für den Abschied

Nach diesem gemeinsamen Jahr wollte ich dem Abschiednehmen genügend Zeit einräumen. Eine kleine gemeinsame Ausstellung als Abschiedsritual schien mir aus verschiedenen Gründen adäquat. Dafür konnten wir auch thematisch erstmal im Vertrauten, nämlich den Maskenbildern, bleiben. Der Maskenzyklus hatte bereits das "Sich-zeigen" im Schutz der Maske aufgegriffen und sollte nun um eine Dimension erweitert werden, nämlich um ein "Sich-der-Welt-draußen-zeigen"*. Auch in einer Ausstellung verbinden Bilder das eigene Innere mit dem fremden Außen.

Im Schutz der Maske
hinaus in die Welt

Das Eigene, Selbstgemachte oder Selbstgewordene tritt mit dem Außen der Welt, der Objekte in Kontakt. Die Bilder werden Teil von Welt, sind damit sozusagen Partialobjekte, wodurch auch ein anderer Blick auf sie entsteht. Der Blick auf das Eigene objektiviert sich. In dem gemeinsamen Hinausgehen in die Welt, sozusagen im Schutz der Gruppe und mit dem Schutz der Masken kann i. w. S. eine Art Übergangsraum ** entstehen, und damit die Chance für jede einzelne, die Trennung von der Gruppe, dem Atelierort und mir besser zu bewältigen - so jedenfalls mein Ansinnen.

In unserem Fall sollte die Ausstellung selbst mitsamt den dafür erforderlichen Vorbereitungen zum Abschiedsritual werden. Ich stellte mir vor, mit einer spielerischen Interaktion, nämlich dem Malen einer gemeinsamen Gruppenmaske zu beginnen.

* Symbolisch gesehen handelt es sich ja beim Akt des Bildermalens bereits auch um eine Trennung bzw. Abnabelung. Die Emotionen oder Affekte werden aus dem Inneren ins Außen, aufs Papier gebracht. Das entspricht einem Geburtsvorgang, denn sind sie erst abgenabelt d.h. außerhalb von mir, werden sie zum eigenständigen Objekt. In einem weiterführenden Sinne wird diese Trennung intensiviert, wenn mein Bild, wie das Kind von der Mutter, von mir getrennt wird und als "Hänschenklein in die Welt" hinauswandert.

** Nach Winnicott dienen Übergangsobjekte dem sich erweiternden Trennungsbereich zwischen Mutter und Kind, dem sogenannten
Übergangsraum( = Möglichkeitsraum), der Beruhigung und Versicherung. Übergangsobjekte z.B. in Form von Maskottchen, Kunstobjekten oder religiösen Ritualen erfüllen somit eine produktive Funktion.