Geschrieben von: Utta Hoffmann
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Der ca. einjährige Erfahrungsprozess dieses Gruppenprojekts entwickelte sich rückblickend in den folgenden Phasen:
- Optimierungsfalle
- Containermama
- Abschied/Abnabelung
Die erste Phase ,Optimierungsfalle' nahm ca. ein halbes Jahr in Anspruch und stand im Zeichen gegenseitiger Annäherung und des
vertrauensvollen Beziehungsaufbaus, sowie aufdeckender bzw. diagnostischer Bild - und Kommunikationsarbeit.
Sie zeichnet sich für mich aber besonders darin aus, dass ich durch die Arbeit zusehends mit meinem kunsttherapeutischen,
ambitionierten Ehrgeiz und Konzeptdrang in eine Sackgasse geriet.
Anfangs war ich noch stark darum bemüht gewesen, "es richtig und optimal zu machen", d. h. die in meiner Ausbildung erlernte bekannte
dreigliedrige Methode ‚Aufgabe - Bildrealisierung - Besprechung' auch in dieser Gruppe anzuwenden. Bald schon musste ich feststellen,
dass sich in meinem Wollen etwas eng Pädagogisches eingeschlichen hatte, was mir den Zugang zum Gespür für die emotionale Befindlichkeit
der Mädchen blockierte.
Ich scheiterte also umso mehr, je stärker ich versuchte die Gruppensituation hinsichtlich kunsttherapeutischer Kriterien kontrollieren bzw.
optimieren zu wollen.
Die Mädchengruppe reagierte z. T. mit starker Abwehr auf die Bildbesprechungen und verweigerte sie schließlich vollends, was mich erst auf meine
restriktive Haltung aufmerksam machte.
Sie wollten sich nicht zum formatierten Beobachtungsobjekt umfunktionalisieren lassen.
Im Folgenden werde ich diese erste Phase anhand einiger selektiver Bildübungen beschreiben. Dabei vernetze ich meine Assoziationen zu den
Bildübungen mit dem situativen Verhalten und Äußerungen der Mädchen, die sich während der Gruppensitzungen ereigneten.
Der Focus liegt auf den beiden Mädchen Nicole und Leonie, die vom Sozialträger betreut werden und die sich vorher nicht kannten.
Auf die beiden Freundinnen von Leonie, Susanne und Marlene, werde ich nur insofern eingehen als beziehungsdynamische Übertragungen innerhalb
der Gruppe wirksam wurden.