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Kunsttherapeutisches Versuchsfeld

Anfang des Jahres 2005 nahm ich mit dem Sozialträger in Hamburg Kontakt auf. Dieser Sozialträger übernimmt die ambulante Betreuung von Familien, Kindern und Jugendlichen mit problematischen Hintergrund.
ADie Betreue. kümmern sich im Wesentlichen um die Aufrechterhaltung bestimmter Funktionsabläufe wie regelmäßige Mahlzeiten, Schulbesuch, Kontakt zu den Eltern und andere Maßnahmen im sozialtherapeutischen Bereich.. Für die "seelischen Allergien" und Verhaltensauffälligkeiten der Kinder/Jugendlichen gibt es zwar flankierende Feuerwehrmaßnahmen und "Notfalltropfen", aber meist bleibt in dem eng geschnürten Zeitplan der Betreuer kein Spielraum z.B. für eine intensive Selbstwertstärkung der Kinder/Jugendlichen. Erst wenn eindeutig pathologische Symptome auftreten, ist eine psychotherapeutische Intervention angezeigt.

So stieß mein Angebot, ein kleines Pilotprojekt für den Zeitraum eines Jahres mit einigen betreuten Kindern/Jugendlichen zu starten auf kooperative Neugier.
Als stark problematisch hinsichtlich einer festen und andauernden Gruppe wurde seitens der Betreuer die Unpünktlichkeit bzw. mangelnde Verlässlichkeit der Kinder/Jugendlichen angeführt, zumal es sich um eine freiwillige Aktivität handele und die Jugendlichen oft durch Schule und Hort stark eingebunden seien. Ich müsste demzufolge mit unregelmäßiger Präsenz der Jugendlichen rechnen.

Meine Ich-Vorstellungen/Konzeptueller Rahmen/Setting

Das Projekt war offen angelegt und sollte einem Experimentierfeld entsprechen, auf dem ich mit egoistischen Suchbewegungen mein kunsttherapeutisches Arbeiten und meine Haltung entwickeln und beobachten wollte. Ich wollte diverse kunsttherapeutische Übungen einsetzen, um ihre Wirksamkeit und ihren aufdeckenden Charakter einschätzen zu lernen.
Darüber hinaus schien mir der anvisierte Zeitrahmen von über einem Jahr geeignet, um auch den sich selbst organisierenden Prozessen genügend Entfaltungsraum zu geben.

Spielregeln für das äußere ‚Sollte'-Setting waren folgende:

  • die Jugendlichen sollten möglichst einer Altersgruppe angehören
  • Arbeit sollte nicht in den Räumen des Sozialträgers, sondern an einem für die Jugendlichen neuen, unbelasteten Ort, stattfinden
  • die Gruppe sollte sich einmal die Woche für zwei Stunden an einem festen Termin treffen - die Betreuer sollten anfangs die Kinder/Jugendlichen zum Atelier begleiten ( 3-4 mal), um ihnen den Einstieg zu erleichtern
  • minimale Hintergrundinformationen zu den Kindern/ Jugendlichen, um selbst möglichst offen und unbelastet in den Prozess der Begegnung zu gehen (begleitet von der Frage, inwiefern meine Beobachtung des Gruppenprozesses, sowie die hergestellten Bilder genug Hinweise und Spuren aufdecken würden)
  • es sollte einen Austausch mit den jeweiligen BetreuerInnen geben.