Kreativität findet nur statt, wenn wir etwas, das in uns ist, außerhalb unser zum
Leben erwecken.
Corot, Camille
Das Curriculum Methoden- und Theorieseminar
Wenn Kreativität in einem Zusammenhang mit Kunst und Kunsttherapie gesehen wird, besteht die Gefahr, dass Kreativität nur im gestalterischen Sinne “angewendet” und, auf künstlerischem Niveau und mit künstlerischen Medien im Sinne der bereits bekannten Verfahrensweisen der modernen Kunst vermittelt wird und damit hinter den Möglichkeiten von Kreativität, wie sie z.B. J. Adams vorführt, zurückbleibt.
Es gilt die Fähigkeit zu fördern, die Lücke zwischen nicht miteinander verbundenen oder logisch aufeinander bezogenen Gegebenheiten
durch Schaffen von Sinnbezügen mittels freier Assoziation mit bereits Bekannten spielerisch auszufüllen. Die Betonung liegt hier auf “Spiel”. Das Spiel - das Gedankenspiel - gehört als wesentliches Element zur Kreativität. Die einseitige Orientierung auf verbalisierbares Wissen, Wissenserwerb, logisches Denken, Wissenschaftlichkeit, trägt dazu bei - dass
“das Unmögliche zu denken” - in den Hintergrund tritt und als sogar unerwünschte, weil störende Fähigkeit des rationalen Denkens, unterdrückt wird.
Die Möglichkeiten von Kreativität, wie sie J. Adams in seinem Buch “Think” vorführt, sind
nicht, wie sie bei oberflächlicher Wahrnehmung erscheinen, nur “Denksportaufgaben”. Sie sind mehr. Sie zeigen jedem exemplarisch die
jeweiligen Denkblockaden, d.h. Vorurteilsbildungen auf, die dazu führen, dass die jeweils beste Lösung, die immer die einfachste ist, nicht gefunden wird.
In diesem Sinn wird in den Methodenseminaren das Standardwerk von J. Adams nicht als Pflichtlektüre, sondern eher als Arbeitsbuch aufgenommen. Der kreative Prozess im methoden- und prozessorientierten Arbeiten wird zum einen als Mittel / Methode im Sinne von Problemlösungstechniken eingesetzt - als Ziel eingesetzt erweitert und intensiviert er die Wahrnehmungsfelder und die Denkfähigkeit im Sinne des Querdenkens.
Diese eigene Erfahrung kann erlebt werden und wird vermittelbar durch
- die Selbsterfahrung und Analyse von kreativen Prozessen
- die Anwendung klassischer Kreativitätstechniken (z.B. Cross-Impact-Methode, Osborn-
Check, Morphologischer Kasten) - das Einsetzen kreativer Methoden als Problemlösungsverfahren
- Kreativitätsprozesse als wahrnehmungsfördernde Maßnahme
- die Analyse fördernder oder blockierender Dynamik in Gruppe oder Einzelarbeit
- Einsatz von Entspannungstechniken
- Konfliktslösungstechniken
- Supervision
- Erarbeitung eines eigenständigen Konzepts und Durchführung eines kreativen Gruppenprozesses