Selbsterfahrung in der Beraterausbildung

Die Selbsterfahrung in der Beraterausbildung findet zusammen mit den angehenden Kunsttherapeuten in der Gruppe statt und umfasst nach dem Vorbereitungsjahr ein Jahr.



In einer Beratungssituation trifft man auf Menschen mit ihren Geschichten und individuellen Kontexten, unter deren Einfluss sie ihre Probleme und Schwierigkeiten bewerten und zu lösen versuchen. Die Selbsterfahrung in der Gruppe ermöglicht sich selbst innerhalb bestimmter, oft wiederholenden Kontexten wahrzunehmen, die Erfahrung zu machen, dass durch die Assoziation und Amplifikation der Gruppe, andere Sichtweisen und Lösungen möglich sein können. Während so am Anfang der eigene Erkenntnisprozess und die Arbeit an der eigenen Biografie im Vordergrund steht, werden die Selbst- und Fremdwahrnehmung geschult, die Abgrenzungsfähigkeit zum Außen und Innen, die eine Beratung erst möglich macht, verstärkt. Der Mensch "als soziales Tier" erlebt vor allem in der Gruppe Kontexte, die sein Erleben in alltäglichen Situationen widerspiegeln, und er hat somit die Möglichkeit, eigenes Verhalten und Erleben zu reflektieren. Während in der therapeutischen Arbeit die Konflikte des Klienten im Innensystem zu verstehen versucht werden, liegt in der Beratung der Fokus auf dem Konflikt zwischen Individuum und Umwelt. Es handelt sich um momentane subjektive Lebensprobleme, Krisen aller Art und vielfältige Konflikte, die alle Lebensbereiche betreffen können und die als schwer lösbar oder im Moment als nicht veränderbar wahrgenommen werden. Hier hilft der Berater aufgrund seines eigenen analytischen Hintergrundes Wege zu finden, um lösungsorientiert oder eher klärend in abgegrenzten, aktuellen Problemen stützende oder psychologische Interventionsformen anzuwenden.

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