- Apakt Ausbildung
- Analytische Kunsttherapie
Studieninhalt und Ablauf der Weiterbildung zum analytischen Kunsttherapeuten
Sie sind dem jeweils aktuellen Flyer zu entnehmen. Generell sind die Voraussetzungen, für die Aufnahme in die Weiterbildung folgende:
- die Eignung für den therapeutischen Beruf,
- ein abgeschlossenes Studium / oder langjährige Tätigkeit in einem künstlerischen, therapeutischen und / oder sozialpädagogischen Beruf,
- die Vollendung des 23. Lebensjahres,
-
die erfolgreiche Teilnahme an einer einjährigen Selbsterfahrungsgruppe
bei der APAKT (Orientierungsjahr) Ausnahmen von diesen Bedingungen und Anrechnungen bereits erfolgter
Ausbildungen, Praktika u.a. können auf begründeten Antrag
von dem Ausbildungsausschuß, z.B. auch bei hervorragender
Eignung gemacht werden.
Die Dauer der Weiterbildung beträgt - ohne das Orientierungsjahr - drei Jahre.
Der Ausbildungsverlauf
beginnt mit einer schriftlichen Anmeldung mit kurzgefaßtem, handschriftlichem Lebenslauf und Aufzählung der Vorerfahrungen, die für die Weiterbildung relevant sein können und drei Vorgesprächen.
Studienordnung, Ablauf, und Curricula
werden ausführlich in dem gesonderten Flyer veröffentlicht, das von Jahr zu Jahr jeweils auf den aktuellen Stand gebracht wird. Es handelt sich um eine berufsbegleitende Weiterbildung. Der Gesamtumfang anrechenbarer Stunden (mindestens 1 600 Stunden, die für den europäischen Standard notwendig sind) wird an Wochenenden verteilt über insgesamt vier Jahre absolviert. Der genaue Studienverlauf wird in einem der Vorgespräche erläutert. Die Stundenzahl beinhaltet neben der Lehrselbsterfahrung in Gruppen und einzeln, Supervision, Methodik und Theorie auch Praktika, Gruppenarbeit, Referate, Abschlußarbeit und künstlerisches Selbststudium. Der Absolvent erwirbt das Zertifikat der APAKT und führt die Berufsbezeichnung “Zertifizierter Kunst- und Gestaltungstherapeut der APAKT”. Die Weiterbildung entspricht den Standards des Berufverbandes DFKGT und berechtigt damit zur ordentlichen Mitgliedschaft und weiterführenden Graduierung im Berufsverband und in der EAP.
Förderung der Weiterbildung
Seit 1986 bestand eine individuelle Förderung durch das Arbeitsamt nach § 37 des AFG. Im Zug der allgemeinen Sparmaßnahmen sind die Mittel dafür stark eingeschränkt worden. Informationen sind beim zuständigen Arbeitsamt vom Weiterbildungsteilnehmer einzuholen.
In Einzelfällen sind auch Arbeitgeber bereit, die Weiterbildung in zeitlicher Koordination und/oder finanziell zu unterstützen.
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Zur rechtlichen Situation
Betrifft Selbständige Therapieausübung und Kassenzulassung in Deutschland
Das neue Psychotherapiegesetz regelt in Deutschland die selbständige therapeutische Berufsausübung. Selbständig dürfen Therapie nur ausüben:
- Ärzte
- Heilpraktiker (mit Prüfung Psychotherapie)
- Dipl. Psych. mit der gesetzlich geregelten Zusatzausbildung in Psychotherapie
Der Gesetzgeber definiert Psychotherapie als Feststellung (Diagnose) und Behandlung Therapie) einer körperlichen oder seelischen Krankheit. Die Kassenzulassung betrifft nur Ärzte und approbierte Psychologen mit therapeutischer Zusatzausbildung in Psychoanalyse oder Verhaltenstherapie.
Nichtärztliche Kunsttherapeuten können eine Zulassung für Psychotherapie nach dem HPG über eine amtsärztliche Prüfung erwerben.
Zukunftsaussichten
Mit einer Veränderung der gesetzlichen Situation ist vorderhand nicht zu rechnen. Die bundesdeutsche Realität weist eher darauf hin, daß die Ärzteschaft ihr Therapieprivileg (mit Kassenzulassung) auf dem enger werdenden Markt verteidigen bzw. erweitern wird. Die Ärzteschwemme läßt vermuten, daß vermehrt ärztliche Psychotherapie angeboten werden wird. Das Kostendämpfungsgesetz der Krankenkassen sieht bereits heute eine Kostenbeteiligung des Versicherten vor.
In den USA und vor allem England werden kunsttherapeutische Leistungen im Rahmen des Kostenwesens erstattet. Es ist zu hoffen und zu erwarten, daß Vergleichbares im Rahmen der zunehmenden Eurpäisierung auch in Deutschland geschieht.
Für den nichtärztlichen Kunsttherapeuten bieten sich aus diesen Gründen vor allem die Berufsfelder im soziotherapeutischen pädagogischen Bereich und die Tätigkeit in freien Beratungspraxen an. Wir arbeiten somit nicht in erster Linie mit Kranken, sondern mit der weit größeren Population der Erwachsenen, Kinder, Senioren und der “Normalneurotiker”.
Manchmal werden kunsttherapeutische Leistungen von Privatkassen und/oder der Beihilfe teilweise erstattet. Die Einschränkungen der Leistungen der herkömmlichen Kassen hat mittlerweile zu neuen Kassengründungen geführt; diese führen z.T. auch die Kunsttherapie in ihrem Leistungsangebot.
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Therapeutische Kompetenz
Der Weg zur therapeutischen Kompetenz führt zunächst über eine gründliche Beobachterschulung. Diese wird in den Methodenseminaren und in zur Verfügung stehenden Beobachterstellen in laufenden Gruppen vermittelt. Die Rolle des Beobachters kann erst dann befriedigend erfüllt werden, wenn im Rahmen der Lehr-Selbsterfahrung Selbst- Beobachtung und analytische Reflexion vermittelt wurden. Die Haltung des Beobachters beinhaltet auch den ersten Schritt zur analytischen Haltung und der spezifischen Form von therapeutischer Abgrenzung, die einfühlendes Mitgehen einschließt. Im Rahmen der Weiterbildung und der gegebenen Zeit kann sichergestellt werden, daß der Weiterbildungskandidat einen Weg in Richtung auf den Erwerb einer therapeutischen Kompetenz eingeschlagen hat. Eine umfassende therapeutische Kompetenz wird in der Regel erst nach einer Reihe von Jahren in der Berufspraxis erworben und bedarf regelmäßiger Supervision auch in späteren Berufsjahren.
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Zur Supervision
In der Supervision tragen die einzelnen - bereits praktizierenden oder im Praktikum befindlichen - Teilnehmer ihre Fälle vor. Anhand des dargestellten Bildmaterials und des Therapieverlaufs sowie der Schilderungen des Übertragungs- und Gegenübertragungsgeschehens wird ein Verständnis des Klienten, der Psychodynamik, des Beziehungsgeschehens und der individuellen bildnerischen Ausdrucksweise erarbeitet. Dabei erfolgen Rückgriffe auf die Theorie- und Methodenseminare, eigenes Erleben in der Selbsterfahrung wird in Deckung gebracht und mögliche Weiterführungen durch gezielte Material-, Technik- und Themenangebote werden überlegt, bzw. inhärente Therapieziele und -hemmnisse vorausschauend berücksichtigt.
Die Gruppe wirkt dabei spiegelnd im Sinne einer Balint-Gruppe, macht unbewußte Anteile deutlicher sichtbar, vor allem in Gegenübertragungsbildern, bringt konstruktive Kritik und Ermutigung.
Da die dargestellten Fälle aus den unterschiedlichsten Anwendungsgebieten kommen - z.B. Psychiatrie, Sterbebegleitung, Arbeit
mit psychosomatisch Kranken, mit Kindern, alten Menschen, Familienberatung...
ist ein umfassendes Lernen an konkreten Fällen möglich und jeder Teilnehmer erlebt eine große Bereicherung.
- Die Supervision wird von praxiserfahrenen, langjährig tätigen und dafür befähigten graduierten Kunsttherapeuten und Psychotherapeuten/Psychoanalytikern geleitet.
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Kunstunterricht der APAKT Hamburg
Um zu verdeutlichen, was für mich Kunstpädagogik im Zeitalter der Postmoderne und mit der Zielgruppe von auszubildenden Kunsttherapeuten zu leisten hätte, möchte ich zunächst einen Nicht-Kunstpädagogen zu Wort kommen lassen. Es handelt sich um einen der größten Lerntheoretiker und -praktiker des 20. Jahrhunderts: Moshe Feldenkrais. Ich zitiere aus seinem Buch “Die Entdeckung des Selbstverständlichen” (Frankfurt/M. 1985, S. 33 ff).
“Ich habe lange Jahre nicht gezeichnet; denn in jener guten alten Zeit gab es in den Schulen keinen Zeichenunterricht. Vielmehr hatte man sich dort auf ein tätiges und der Gesellschaft nutzbringendes Leben vorzubereiten. Als nun nach dem Zweiten Weltkrieg mein Buch “Body and Mature Behaviour” erschien, ahnte ich gar nicht, daß ich damit meiner Zukunft eine neue Richtung gegeben hatte. Eines Morgens rief mich ein Londoner Arzt an, sagte mir, er habe das Buch gelesen und würde gerne wissen, ob ich bei Heinrich Jacoby studiert hätte; er habe in dem Buch einiges wiedergefunden, das er von diesem großen Lehrer gelernt hatte. Er konnte kaum glauben, daß ich Jacobys Namen zum ersten Male hörte, und erbot sich daraufhin, mich mit Jacoby zusammenzubringen. Heinrich Jacoby lebte damals in Zürich und war viel älter als ich, nicht nur an Jahren. Ich empfand das deutlich, als ich erfuhr, daß er das, was ich für meine eigene Entdeckung hielt, auf seine Weise schon seit vielen Jahren in Gruppen lehrte; er hatte hervorragende Schüler, darunter auch Wissenschaftler, Ärzte und Künstler.
Wenige Monate nach diesem Anruf benützte ich meinen jährlichen Urlaub von dem physikalischen Forschungslabor, in dem ich damals arbeitete, um Jacoby aufzusuchen. Gern würde ich Ihnen erzählen, was alles in den drei Wochen, die ich mit ihm verbrachte, geschah; all die Gespräche und wechselseitigen Unterrichtsstunden, die uns oft die Zeit so sehr vergessen ließen, daß wir die Sonne aufgehen sahen, bevor wir schlafen gingen. Es würde mehr als einen dicken Band füllen, wenn ich alles aufzeichnen wollte, was ich von ihm gelernt habe, und obendrein noch das, wovon er sagte, er habe es von mir gelernt. Meine erste Erfahrung im Zeichnen aber möchte ich Ihnen doch erzählen. Sie betrifft jene Art des Lernens, mit der wir es hier zu tun haben.
Ich war ein Athlet von einigem Ruf und kräftig gebaut. Jacoby war ein kleiner, beinahe schmächtiger Mann, der, wie er mir erzählte, erst im Alter von sieben Jahren gehen gelernt hatte. Er war bucklig, bewegte sich aber mit großer Anmut. Dennoch war mein erster Eindruck, daß er mir nicht gewachsen sei. Ich empfand das irgendwo im Hintergrund meines Bewußtseins, obwohl ich nach wie vor überzeugt war, daß es richtig gewesen war, ihn aufzusuchen. Eines Tages gab er mir ein Blatt Zeichenpapier, Holzkohle, ein Stück weiches Brot zum Radieren und forderte mich auf, die Lampe zu zeichnen, die auf dem Klavier vor mir stand. Ich sagte, daß ich, außer den Zeichnungen für mein Ingenieur-Diplom, noch nie gezeichnet hätte; das seien technische Zeichnungen gewesen, und es sei schon lange her. Er sagte, daß er das wisse, daß ich es aber trotzdem versuchen möge, er wolle mich nicht einfach zeichnen sehen, sondern habe anderes im Sinn. Ich zeichnete also einen senkrechten Zylinder mit einem abgeschnittenen Kegel am oberen und einer Art Ellipse als Fuß oder Ständer am unteren Ende. Mir kam das wie eine Stehlampe vor, so gut wie eine von mir gezeichnete Stehlampe eben sein konnte. Jacoby sah sich die Zeichnung an und sagte dann, daß dies der Gedanke “Lampe” sei, nicht aber diese Lampe. Nun merkte ich, daß ich vom Wort verleitet, den abstrakten Begriff “Lampe” gezeichnet hatte. Ich sagte ihm, das, was er von mir erwartete, könne nur ein Maler machen und ich, wie ich ihm vorweg gesagt hatte, sei kein Maler.
Er aber bestand darauf, daß ich es nochmals versuchte und diesmal nur das zeichnete, was ich sah, und nicht das, was ich, ohne geschaut zu haben, von vornherein zu sehen glaubte; ich aber hatte keine Ahnung, wie man zeichnet, was man sieht. Meiner Meinung nach - die vielleicht auch die Ihre ist - verlangte er von mir, daß ich ein Maler sei, und ich war kein Maler. “Sagen Sie mir, was Sie sehen.” “Eine Lampe”, sagte ich. “Sehen Sie irgendwelche der Umrisse, die Sie gezeichnet haben?” Ich mußte zugeben, daß ich in meiner Zeichnung keine einzige Linie der wirklichen Lampe entdecken konnte. Nur die Proportionen stimmten mit denen der Lampe vor mir mehr oder weniger überein. “Sehen Sie überhaupt Linien?” Wieder mußte ich zugeben, daß keine der Linien meiner Zeichnung bei der wirklichen Lampe vorhanden war. “Wenn Sie keine Linien sehen, was sehen Sie denn? Was pflegen Ihre Augen sonst wahrzunehmen? Sie sehen doch Licht, nicht wahr? Warum zeichnen Sie dann nicht die helleren und dunkleren Flächen, wie Sie sie sehen? Sie haben Holzkohle in der Hand, und wenn Sie davon zuviel aufs Papier tun, können Sie den Überschuß mit dem Brot entfernen und so eine Abstufung in der Tönung der Flächen erreichen, bis diese dem ähnlicher werden, was Sie sehen.”
Ich nahm ein neues Blatt. Diesmal fing ich mit den dunklen Stellen an: dort, wo kein Licht war, trug ich reichlich Holzkohle auf und entdeckte nun bald, daß die hellsten Stellen diejenigen waren, die ich freigelassen hatte. Der Ständer war kein Zylinder, der Lampenschirm kein abgeschnittener Kegel, der Fuß keine Ellipse. Was ich beim Anblick des Blattes empfand, war seltsam genug. Hier hatte ich Flächen mit Holzkohle geschwärzt, dort die Kohle verwischt oder mit dem Brot, das ich mit den Fingern geknetet hatte, wieder entfernt, und was da jetzt vor mir lag, war keine Zeichnung von mir, sondern ein Bild, von dem ich gemeint hätte, es könnte nur von einem Maler sein. So zu denken, hatte ich bisher nicht einmal versucht. Ich hätte es als Betrug empfunden, vorzugeben, daß ich sei, was ich nicht war.
Ich glaube, Sie verstehen die Wandlung, die damals in mir vorgegangen war. Ich bin kein Maler; aber wer ist einer? Wenn ich wie ein Maler handle, so ist das Ergebnis etwas, das nur ein Maler machen kann. Werde ich dadurch verändert? Verliere ich meine Identität? Im Augenblick selbst dachte ich natürlich nicht in diesen Begriffen; aber ich fühlte mich verunsichert durch die Veränderung, die Jacoby durch seine Fragen in mir bewirkt hatte. Er hatte mir nicht gezeigt, wie es zu machen sei. Erinnern Sie sich an den Tänzer und die Frau? Sehen Sie in diesen beiden Beispielen von Lernen, so verschieden sie auch scheinen mögen, etwas Gemeinsames? Ich ja.
Ich verabschiedete mich von Jacoby und kehrte in mein Zimmer zurück. Dort stand auf dem Tisch ein gläserner Krug, zur Hälfte mit Wasser gefüllt. Er stand da wie eine Herausforderung, und in mir war etwas wie eine Überzeugung, die sich als Drang äußerte, den Krug auf einem Blatt abzubilden. Und etwas kindisch dachte ich auch, ich würde Jacoby zeigen können, daß ich nicht ganz so ungeschickt wäre, wie ich ihm scheinen mußte. Ich zeichnete überhaupt keine Linien, sondern machte da und dort nur Andeutungen, und alles übrige waren helle und dunkle Flecken. Als es fertig war, konnte man den Wasserspiegel sehen, das Spiel des Lichts im Wasser deutlich unterscheiden vom Licht auf dem Glas, obwohl beides durchsichtig war. Ich hatte das Gefühl, ein Meisterwerk geschaffen zu haben und daß ich um mindestens zehn Zentimeter größer geworden wäre.
So kam ich darauf, daß der Qualität des Maler-Seins keine Grenzen gesetzt sind, wie sich das im Malen zeigte. Und ich muß mich zurückhalten, um Ihnen nicht noch zu erzählen, wie ich immer mehr Maler wurde während der wenigen Wochen, da ich mit Jacoby “tanzte”. Er hat mir nie gezeigt, wie man zeichnet oder malt, und er hat mich nie belehrt. Ohne es auch nur zu erwähnen, weckte er in mir die Frage, warum ich beim Zeichnen meiner eigenen Lehre nicht gefolgt war”.
Im Kunstunterricht der APAKT beziehe ich mich auf drei Aspekte einer Wandlung der Sehweise:
Der Kunstunterricht der APAKT ist mit der geringen Stundenzahl von 120 Stunden lediglich als begleitetes Selbststudium konzipiert. Hierzu gibt es ein Projekt, welches die Weiterbildung über die ganze Zeit begleitet. Es heißt “Der Patenonkel” und bezieht sich auf die Wahl eines großen Meisters, mit dem sich der Schüler aktiv identifiziert, die Wiederentdeckung von Eigenem und die Öffnung gegenüber dem Fremdem und Neuen als Lernprozeß. Es geht hauptsächlich darum, ein Problembewußtsein nicht nur für die Themen des Ästhetischen, sondern vor allem für das Künstlerische im bildnerischen Ausdruck der Ungeübten, die ja später das potentielle Klientel bilden, zu entwickeln.
Eine Befreiung vom Kunstunterricht ist selbst für Ausbildungsteilnehmer, die sich als “fertige Künstler” verstehen, nicht möglich, da die Reflexion der eigenen künstlerischen Sensibilität vor dem Hintergrund der therapeutischen Ausbildung unumgänglich ist.
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- Analytische Kunsttherapie
Curriculum Theorie
Überblick über thematische Schwerpunkte des Seminars Zusammenfasssung des Curriculums, klinische Psychologie und Psychoanalyse der APAKT:
A) Zur Geschichte der Psychoanalyse und der Kunsttherapie
- Entwicklungen in Europa und den USA
- Perspektiven in Theorie und Praxis
- Forschungsschwerpunkte heute (Selbstpsychologie, intersubjektiver Raum)
- Aktuelle Fachzeitschriften als Diskussionsforum
B) Das Unbewußte eine Begriffsanalyse
- Der philosophisch/psychologische Hintergrund
- Sigmund Freud: die Entwicklung seiner drei theoretischen Ansätze
- Der topografische / der dynamische / der strukturelle Aspekt
C) Psychoanalytische Entwicklungspsychologie: der genetische Aspekt
- Die Phasenlehre
- Oedipuskomplex und Penisneid: alte und neue Ansätze
- Präödipale Forschung: Margret Mahler, Melanie Klein, Winnicott u.a. und Säuglingsforschung
D) Ich-Psychologie/Psychoanalytische Objekt- und Beziehungstheorie
- Hartmann
- Jacobsen, Kernberg, Grunberger, Bauriedl
E) Narzissmus–Diskussion
- Narzisstische Störungen und Borderline: Kohut und Kernberg u.a.
F) Psychoanalytische Krankheitslehre: der energetisch-ökonomische Aspekt
- Grundlagen zum Krankheitsbegriff, zur klinischen Psychologie
- Psychiatrie und Psychosomatik
- Krankheit als Konflikt: die verschiedenen Konfliktmodelle
- Neurose und Charakter
- Die Hauptneurosenstrukturen
- Psychopathologische Krankheitsbilder
- Psychose und Schizophrenie
G) Psychotherapie und Psychoanalyse (Praxis)
- Psychoanalytisches Setting und Interventionsmethoden
- Funktion von Übertragung und Gegenübertragung
- Umgang mit Abwehrmechanismen
- Anforderungen an den Therapeuten
- Anamnese und Diagnostik
- Fallbeispiele
H) Psychoanalytische Gruppentherapie und Gruppendynamik
- Prozesse in der Gruppe
- Phasen der Gruppenentwicklung
- Unterschied zwischen Selbsterfahrungs- und Therapiegruppe
I) Gestaltungen des Unbewußten und ihre Deutung
- Traum und Bildmaterialdeutung
- C. G. Jung und sein Konzept im Hinblick auf Deutungsmöglichkeiten
- Gemeinsame Deutungsarbeit am Bildmaterial, Beispiele
Seminarverlauf
Die einzelnen Themenbereiche werden in Form von Referaten zu den entsprechenden Lehrbüchern vorbereitet und gemeinsam diskutiert; Beispiele aus der eigenen reflektierten Lebensgeschichte und den Erfahrungen aus der kunsttherapeutischen Ausbildung in Gruppen- und Einzelarbeit dienen zur Veranschaulichung der z.T. komplexen Zusammenhänge. Bildmaterial zu den Themenbereichen wird vorrangig mit einbezogen.
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Das Curriculum Methodenseminar
Es enthält schwerpunktorientiert und exemplarisch Aspekte der:
- Beobachterschulung
- Kunstpsychologie
- Neurosenlehre
- Gruppendynamik
- Interventionstechniken
- Intervision und Rollenspiel (Therapeut, Klient, Beobachter)
Für die spezifischen Anwendungsgebiete:
- Kunsttherapie und Körperarbeit
- Kunsttherapie und Psychosomatik
- Kunsttherapie und Psychatrie
- Kunsttherapeutische Arbeit mit Kindern, Senioren und Behinderten
Diese sind in den Falldarstellungen, in Supervisionen und Referaten eingearbeitet und praktisch angewendet. Die Themenschwerpunkte können aus dem jeweiligen Jahresprogramm ersehen werden.
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- Analytische Kunsttherapie
Man muß noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.
Nietzsche
Selbsterfahrung
Am Anfang steht eine eigene Erfahrung. Die, ein gutes Erlebnis mit der Kunst gehabt zu haben, vielleicht die Erinnerung an eine eindrucksvolle Ausstellung oder gar die Erfahrung eines Erfolgserlebnisses mit eigenem, bildnerischen Tun. Die Ahnung, daß die Kunst dem menschlichen Leben mehr bringen kann als nur das passive Anschauen für eine Mehrheit, daß potentiell jeder Mensch in sich eine Aktivität entfalten kann. Und diese künstlerische Aktivität, die als Keim in jedem angelegt ist, dient einer ganzen Reihe seelischer Funktionen: dem Schöpferischen, dem Selbstwertgefühl, einem eigenständigen, ganzheitlichen Reifungsprozeß und der Selbsterkenntnis. Das ästhetische Empfinden spielt eine große Rolle beim künstlerischen Tun, tritt jedoch anfänglich in der kunsttherapeutischen Tätigkeit noch nicht so stark in Erscheinung. Es ist eine Fähigkeit, die langsam reift. Die Lust am spielerischen und experimentellen Gestalten mit den bildnerischen Materialien setzt Kräfte frei, die den Kern unseres kreativen Potentials erfahrbar machen. Neben diesem grundsätzliche Interesse an der Kunst und bestimmten Erscheinungsformen von ihr (Kinderkunst, naive Kunst, Kunst der Geisteskranken, Art brut und gewisse Stilformen des Mittelalters, der Gegenwart und der Kunst der Naturvölker) tritt das starke Gefühl, anderen helfen zu wollen und die Vorstellung, dies in beruflicher Form verwirklichen zu können. Der Wunsch und die reale Fähigkeit decken sich erfahrungsgemäß nur selten. Der Ursprung der Motivation für einen Helferberuf liegt meist in der eigenen Familiengeschichte. Und es ist die Aufgabe der Lehrselbsterfahrung im Medium der psychoanalytisch orientierten Kunsttherapie, die unbewußte Bedürftigkeit des Lernenden verstehbar zu machen, so daß er lernen kann, sie befriedigen, sie annehmen und sie in sein Selbstverständnis einbeziehen zu können. Die Bearbeitung der individuellen Biografie ist deshalb Bestandteil der Weiterbildung zum Kunsttherapeuten. Einfühlsam kann er mit dem Medium erst dann umgehen, wenn er am eigenen Leib den Tiefgang vollzogen hat, den die Lehrselbsterfahrung in der Gruppe und in der Einzelarbeit vermittelt. In dieser Selbsterfahrung lernt er die Wirkungsweisen des Materials und der Themen kennen. Er bekommt eine realistische Einschätzung dessen, was dieses Medium, diese Kommunikationsstruktur vermag. Nach etwa dreijähriger Ausbildung, die das Minimum für diesen Wachstumsprozeß darstellt, beginnt er unter Supervision zu arbeiten. Er macht eine weitere Selbsterfahrung, diesmal in der Rolle des Therapeuten. Die umfangreiche Super- und Intervision in Gruppen und auch in den begleitenden lehrtherapeutischen Einzelstunden führt zur professionellen kunsttherapeutischen Kompetenz. Die Bereitschaft, sich in den Prozeß einzulassen, ihn kritisch und unter Einbeziehung der relevanten Theorien und Methodendiskussion zu reflektieren, ist dafür Voraussetzung. Kunsttherapeutische Praktika unter Supervision bereiten auf den Beruf vor.
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Ausbildungskonzept, analytischer Kunsttherapeut
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Kostenaufstellung für die psychoanalytische Kunsttherapie
| Psychoanalytischer Kunsttherapeut | |
| Vorbereitungsjahr (monatl. Schulgeld 160 €) | 1.920 € |
| 1.– 3. Ausbildungsjahr (monatl. Schulgeld 200 €) | 7.200 € |
| Abschlußverfahren | 250 € |
| Einhundert Stunden informatorische Einzellehrselbsterfahrung Kosten 6.000 € (verteilt über 3 – 4 Jahre). Davon kann etwa 1/3 in Kleingruppen absolviert werden. Ersparnis 1.200 € | |
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Ausbildung zum analytischen Kunsttherapeuten
Die APAKT-Hamburg bietet die Ausbildung zum analytischen Kunsttherapeuten als berufsbegleitende Weiterbildung an. Die Ausbildung umfasst ein Vorbereitungsjahr und 3 Ausbildungsjahre. Die Studieninhalte umfassen neben der Selbsterfahrung im Einzel und in der Gruppe auch Kunstunterricht, Theorie und Methode. Die praktische Arbeit der AusbildungsteilnehmerInnen wird während der Ausbildung durch Supervisonsgruppen begleitet. Zum Abschluss der Ausbildung stellt die TeilnehmerIn eine eigenständige kunsttherapeutische Fallarbeit vor.
Wie wir arbeiten
Unsere Arbeit ist analytisch, interaktionell und berücksichtigt die bildnerische Praxis des Perspektivwechsels, nämlich Bilder von verschiedenen Seiten aus zu betrachten und in Analogie zum systemischen Stellen deren Wertigkeit spürbar zu machen. Der Charakter der Selbsterfahrung erhält ihren hohen Wert durch die Arbeit mit Übertragung und Gegenübertragung. Dies ist unserer Meinung nach die Basis für für therapeutisches Arbeiten und bildet die Grundlage jedweder therapeutischen Kompetenz. Dazu kommt in Ergänzung zur Supervision die Intervision innerhalb der Gruppe. Amplifiziert werden die Lernprozesse durch Peergruppenarbeit, vor allem beim Coaching. Analoge Prozesse finden im Kunstunterricht statt. Die theoretische Integration und die methodische Anwendung findet im dritten und vierten Weiterbildungsjahr statt.

